Kritik: Lights Out (2016)

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Lights Out

Lights Out (R: David F. Sandberg, USA 2016)

Ampel - Grün

Keep the lights out!
(Diana)

Inhalt: Licht aus, heißt es allabendlich in zahllosen Kinderzimmern. Manchmal scheint das wie eine Drohung, manchmal vermuten kleine Jungen und Mädchen schreckliche Monster in ihren Schränken und unter ihren Betten – und manchmal haben sie damit Recht! Martin scheint eine Gestalt in den Schatten zu sehen, mit der seine schizophrene Mutter redet, die Nachts an seiner Tür rüttelt. Vor Angst flieht er zu seiner bereits ausgezogenen großen Schwester – die als Kind ähnliches durchmachen musste!

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Rezension: Der moderne Horrorfilm hat ein Problem – und Lights Out ist ein Paradebeispiel, woran das Genre krankt: Es wird zu schnell zu viel versucht. Der Anfang ist eigentlich sehr gut, doch genau hier liegt das Problem. David F. Sandberg verschießt bereits in den ersten Minuten sein komplettes Pulver, statt es sich für das Finale aufzuheben. Und jenes Finale, welches eigentlich der Höhepunkt sein sollte, verkommt zur Farce, die Schocker wirken in keinster Weise mehr beängstigend, viel mehr belustigend.

Dabei sind einige sehr gute Ansätze vorhanden. Das geht bereits beim Thema los. Die dem Menschen innewohnende Urangst vor der Dunkelheit, gesteigert mit kindlichen Traumata, welche Schrecken wohl unter dem Bett oder in der Ecke des Zimmers lauern. Das Dunkle gewährt dem Geist eine bedrohliche Omnipräsenz, die ihn unberechenbar und gefährlich macht.

Das Thema bietet aber auch ein ästhetisch sehr reizvolles Motiv, welches leider ebenfalls nicht genutzt wird. Dass Lights Out nicht die Genialität in seinem Spiel mit Licht und Schatten erreichen wird, die beispielsweise Cat People von Jacques Tourneur in sich trug, war zu erwarten. Aber dass dieses ästhetische Element lediglich bei zwei Szenen wirklich in Erscheinung tritt – direkt am Anfang und dann noch einmal im roten Licht der Leuchtreklame – ist sehr mager.

Positiv sind auch die Figuren hervorzuheben. Teresa Palmer tritt vielleicht etwas zu taff auf, aber – Genre-untypisch – agieren sie zumindest nicht dumm, denken beispielsweise auch an Taschenlampen und Kerzen zum Selbstschutz. Erwähnenswert ist auch die Performance von Gabriel Bateman, der als verängstigter kleiner Junge zu überzeugen weiß.

Das ganz große Problem bleibt die Inszenierung und der Rhytmus, der all diese positiven Ansätze vollkommen zerstört. Sandberg verliert sich zügig in Klischees, nicht nur das Ende lässt sich viel zu früh erahnen, auch all die kleinen Schocker snd vorherzusehen. Und letztlich bleibt der missglückte Spannungsverlauf, der erfolgreich die filmische Atmosphäre erstickt.

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Fazit: Es bleibt bei guten Ansätzen. Gute Idee, solide Story, solide Darsteller, schöne Effekte. Aber das Zusammenspiel vereinzelt guter Momente funktioniert nicht, Sandberg will zu schnell zu viel, weswegen der Zuschauer schon nach der Hälfte alles gesehen hat und durch nichts mehr überrascht oder schockiert werden kann – und Lights Out sich irgendwo im Sande verläuft.

5/10 Punkten

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Lights Out

Jahr: 2016
Laufzeit: 81min
FSK: 16

Regie: David F. Sandberg
Drehbuch: David F. Sandberg, Eric Heisserer
Cast: u.a. Teresa Balmer, Gabriel Bateman, Alexander DiPersia, Maria Bello, Alicia Vela-Bailey

auf
IMDB
Moviepilot
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Eine Antwort zu “Kritik: Lights Out (2016)

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